Urostomie
Harnableitung über die Bauchdecke – fachgerecht versorgt und zuverlässig monatlich beliefert durch Kipka Homecare.
Was ist eine Urostomie?
Eine Urostomie ist eine operativ angelegte Harnableitung über die Bauchdecke. Sie wird notwendig, wenn die Harnblase umgangen oder entfernt werden muss und der Urin nicht mehr auf natürlichem Weg ausgeschieden werden kann. Der Harn wird dann über ein neu geschaffenes Stoma nach außen geleitet und in einem Beutel aufgefangen.
Die häufigste Form ist das Ileum-Conduit (Bricker-Blase): Dabei wird ein kurzes Stück Dünndarm aus dem Verdauungsweg ausgeschaltet und als Leitungsröhre genutzt. Die beiden Harnleiter werden an dieses Segment angeschlossen, dessen Ende als Stoma – meist im rechten Unterbauch – nach außen geführt wird. Der Harn fließt darüber kontinuierlich ab und ist nicht willentlich steuerbar; deshalb wird das Stoma dauerhaft mit einem Beutel versorgt.
Gründe für eine Urostomie
Eine Harnableitung wird immer dann notwendig, wenn die Harnblase ihre Funktion nicht mehr erfüllen kann oder entfernt werden muss. Die häufigsten Ursachen im Überblick:
Entfernung der Harnblase
Wird die Harnblase im Rahmen einer Zystektomie entfernt – am häufigsten wegen eines fortgeschrittenen Blasenkrebses –, ist eine künstliche Harnableitung erforderlich.
Neurogene Blasenstörungen
Funktionsstörungen der Blase durch geschädigte Nerven, etwa nach Querschnittlähmung oder bei neurologischen Erkrankungen, können eine dauerhafte Ableitung notwendig machen.
Angeborene Fehlbildungen
Angeborene Fehlbildungen der Harnwege oder der Blase können dazu führen, dass der Harn dauerhaft über ein Stoma abgeleitet werden muss.
Schäden nach Bestrahlung oder Unfällen
Schwere Schäden der Blase nach einer Strahlentherapie oder durch Verletzungen bei Unfällen können eine Harnableitung erforderlich machen.
Besonderheiten der Versorgung
Eine Urostomie unterscheidet sich in mehreren Punkten von der Versorgung eines Darmstomas. Damit der Alltag sicher und angenehm bleibt, kommen speziell auf die Harnableitung abgestimmte Hilfsmittel zum Einsatz.
- Spezielle Urostomiebeutel: Sie verfügen über eine Rücklaufsperre, die ein Zurückfließen des Urins zum Stoma verhindert, sowie über einen Ablasshahn zum bequemen Entleeren.
- Anschluss an einen Nachtbeutel: Über den Ablasshahn wird nachts ein größerer Nacht- bzw. Bettbeutel angeschlossen, der den Urin über mehrere Stunden aufnimmt – so wird der Schlaf nicht unterbrochen.
- Schleimbeimengungen sind normal: Da der Harn über ein Darmsegment abgeleitet wird, sind feine Schleimfäden im Urin völlig normal und kein Grund zur Sorge.
- Ein- und zweiteilige Systeme: Je nach Hautbeschaffenheit, Stomaform und persönlichen Bedürfnissen wählen wir gemeinsam mit Ihnen das passende einteilige oder zweiteilige Versorgungssystem.
- Sorgfältiger Hautschutz: Da die Haut rund um das Stoma dauerhaft mit Feuchtigkeit in Kontakt kommt, ist ein konsequenter Hautschutz besonders wichtig.
Alltag & Hygiene
Mit der richtigen Routine lässt sich eine Urostomie gut in den Alltag integrieren. Diese Punkte helfen Ihnen, Haut und Harnwege gesund zu halten:
- Ausreichend trinken: Eine gute Flüssigkeitszufuhr verdünnt den Harn, spült das Ableitungssystem durch und beugt so Harnwegsinfekten, Geruch und Verkrustungen vor.
- Auf Anzeichen von Harnwegsinfekten achten: Trüber oder stark riechender Urin, Fieber, Flankenschmerzen oder Unwohlsein sollten ärztlich abgeklärt werden.
- Nachtbeutel richtig handhaben: Den Nachtbeutel abends sauber anschließen, morgens entleeren, gründlich reinigen und regelmäßig austauschen.
- Hautpflege rund ums Stoma: Die Haut bei jedem Wechsel sanft mit Wasser reinigen, gut trocknen und auf Rötungen oder Reizungen kontrollieren.
Urostomie-Versorgung durch Kipka Homecare
Von der ersten Schulung über die regelmäßige Kontrolle bis zur monatlichen Belieferung begleiten wir Sie umfassend – damit Ihre Versorgung im Alltag sicher und zuverlässig funktioniert.
Schulung & individuelle Anpassung
Unsere zertifizierten Stomatherapeuten schulen Sie sicher im Umgang mit Beutel, Ablasshahn und Nachtbeutel und passen die Versorgung exakt an Stoma, Haut und Ihre Bedürfnisse an.
Regelmäßige Kontrolle
Wir kontrollieren Stoma, umliegende Haut und Versorgungssystem regelmäßig, erkennen Veränderungen früh und passen die Versorgung bei Bedarf an.
Monatliche Belieferung
Wir rufen Sie jeden Monat persönlich an, fragen nach Änderungen, passen die Bestellung exakt an Ihren Bedarf an und liefern Ihre Hilfsmittel diskret zu Ihnen nach Hause – ganz ohne Organisationsaufwand für Sie.
Erreichbarkeit rund um die Uhr
Bei Fragen oder Problemen mit Ihrer Versorgung sind wir 24/7 für Sie erreichbar – damit Sie sich jederzeit auf eine zuverlässige Betreuung verlassen können.
Beratung zur Urostomie-Versorgung
Unsere zertifizierten Stomatherapeuten beraten Sie individuell zu Ihrer Harnableitung – inklusive zuverlässiger monatlicher Belieferung.
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Mehr erfahrenHäufig gestellte Fragen zur Urostomie
Was ist ein Ileum-Conduit?
Ein Ileum-Conduit (auch Bricker-Blase) ist die häufigste Form der Urostomie. Dabei wird ein kurzes Dünndarmsegment aus dem Verdauungsweg ausgeschaltet und als Leitungsröhre verwendet: Die beiden Harnleiter werden an dieses Segment angeschlossen, das eine Ende wird als Stoma durch die Bauchdecke nach außen geführt – meist im rechten Unterbauch. Der Harn fließt darüber kontinuierlich ab und wird in einem Urostomiebeutel aufgefangen.
Warum ist Schleim im Urin normal?
Das für die Harnableitung verwendete Darmsegment behält seine natürliche Eigenschaft bei, Schleim zu produzieren. Daher sind feine Schleimfäden oder -flocken im aufgefangenen Urin bei einer Urostomie völlig normal und kein Grund zur Sorge. Trübung, ein veränderter Geruch, Blutbeimengungen oder Schmerzen können dagegen Anzeichen eines Harnwegsinfekts sein – dann sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Wie funktioniert der Nachtbeutel?
Der Urostomiebeutel besitzt am unteren Ende einen Ablasshahn. Für die Nacht wird daran über einen Schlauch ein größerer Nacht- bzw. Bettbeutel angeschlossen, der den Urin über mehrere Stunden aufnimmt. So müssen Sie nicht zum Entleeren aufstehen und der Schlaf wird nicht unterbrochen. Am Morgen wird der Nachtbeutel abgekoppelt, geleert und gereinigt; tagsüber genügt der kleinere Beutel am Körper.
Wie viel sollte ich mit einer Urostomie trinken?
In der Regel werden etwa 1,5 bis 2 Liter pro Tag empfohlen, sofern Ihr Arzt nichts anderes vorgibt. Ausreichendes Trinken verdünnt den Harn, spült das Ableitungssystem regelmäßig durch und beugt so Harnwegsinfekten, Geruchsbildung und Verkrustungen vor. Ihre individuelle Trinkmenge stimmen Sie am besten mit Ihrem behandelnden Arzt ab.
